Buchvorstellung: Wenn Mütter nicht lieben

Als das Cover dieses Buches als Leseempfehlung aufploppte, zog sich alles in mir zusammen. Wenn Mütter nicht lieben – das ist mal eine Ansage. In meinem Kopf sagte direkt ein Stimmchen “Wie kannst du so was denken. 😱 Natürlich hat dich deine Mutter geliebt – es war einfach deine Schuld, dass sie war wie sie war. Und sie hatte es eben auch einfach nicht leicht. 😔”

Ich hatte mir das Buch “Wenn Mütter nicht lieben: Töchter erkennen und überwinden die lebenslangen Folgen“💎 direkt auf meine Lese-Liste gesetzt, schlich aber noch zwei Tage lang darum, ohne es anzufangen. Die Angst, dass es alte Wunden aufreißen würde, war einfach zu groß.

An Tag drei siegte meine Neugier allerdings und ich fing doch an zu lesen. Ich muss aber zugeben, dass ich nie mehrere Kapitel am Stück lesen kann – die Erinnerungen, die dadurch hochkommen, tun immer noch verdammt weh. Daher lese ich das Buch nur, wenn ich in einer emotional gefassten Stimmung bin – und das würde ich dir auch empfehlen.

Bevor ich näher auf die Inhalte eingehe, kurz eine Trigger-Warnung:

Eins liegt mir vorab am Herzen: In dem Buch und auch in meinem Artikel geht es u.a. um seelische, emotionale und körperliche Misshandlung sowie Missbrauch. Wenn du das selbst erlebt hast, kann das sehr belastend und retraumatisierend sein. Scroll also bitte nur weiter, wenn du dich dafür in der Lage siehst. Solltest du niemanden zum Reden haben, kannst du rund um die Uhr (egal ob tagsüber oder nachts) bei der TelefonSeelsorge unter 0800 1110111 anrufen – ganz anonym und kostenfrei. Fühl dich gedrückt. 💙

Inhaltsverzeichnis

Dr. Susan Forward – über die Autorin

Dr. Susan Forward war eine US-amerikanische Psychologin mit eigener Praxis, die einer Vielzahl Klientinnen half, ihre Kindheitstraumata zu bearbeiten. Im Buch spürt man aber auch, dass ihre eigene Beziehung zu ihrer Mutter sehr schwierig gewesen sein muss. So schreibt sie an einer Stelle, dass sie sich erst traute, ein Buch über Mütter ohne Liebe zu schreiben, als ihre eigene Mutter bereits verstorben war.

Weitere bekannte Bücher von Dr. Susan Forward sind:

Leider verstarb Dr. Susan Forward im Februar 2020 – doch mit ihren Büchern hat sie in meinen Augen etwas für die Ewigkeit geschaffen, das noch weit über ihren Tod Menschen dabei helfen wird, ihre Kindheit aufzuarbeiten. 💙

Worum geht es in “Wenn Mütter nicht lieben”?

Dr. Susan Forward hat über drei Jahrzehnte mit Frauen gearbeitet, die lange Zeit

  • emotionaler Vernachlässigung
  • erdrückender Kontrolle
  • Kritik
  • Konkurrenzdenken
  • Rollentausch

und anderen Formen von Misshandlung und sogar Missbrauch durch ihre Mütter ausgesetzt werden. Als erwachsene Frauen leiden sie nun unter Ängsten, Beziehungsproblemen, Depressionen sowie mangelndem Vertrauen in sich und andere.

Zum besseren Verständnis unterscheidet Dr. Susan Forward im ersten Teil des Buches fünf Muttertypen und erklärt einerseits, warum sich der jeweilige Mutter-Typ so verhält, zeigt andererseits aber auch die Folgen dieser Mutter-Tochter-Dynamik im Erwachsenenleben auf.

Wie so oft im Leben gibt es auch in der Psychologie kein schwarz und weiß. Die Autorin betont, dass es durchaus Mischtypen und Überschneidungen geben kann.

Ich selbst habe meine Mutter definitiv in einem Typ erkannt – mit kleinen Einflüssen aus zwei anderen Typen.

Was mich noch viel mehr geschockt hat, war allerdings die Erkenntnis, dass ich in manchen Situationen meinem Kind gegenüber auch solche Züge aufweise. 😢 Allein dafür hatte sich der erste Teil des Buches schon gelohnt.

Ich habe schon vorher gegen mein “Erbe” aus meiner eigenen Erziehung angekämpft – aber seitdem mir das noch mal so schmerzhaft bewusst geworden ist, achte ich noch mehr darauf … denn mein größter Wunsch ist, dass mein Kind diese Bürde nicht tragen muss und später eine gesunde Beziehung zu sich, seinem Partner/ seiner Partnerin und seinen Kindern aufbauen kann. 💖

Im zweiten Teil des Buches stellt Dr. Susan Forward verschiedene Selbsthilfetechniken vor, die ihren Klientinnen halfen, ihre Kindheit aufzuarbeiten und

  • Selbstachtung sowie Selbstvertrauen aufzubauen und
  • für sich selbst einzustehen

um die Beziehung zu sich, Partnern oder Partnerinnen und ihren Kindern zu verbessern.

Einblick in das Inhaltsverzeichnis:

Dr. Susan Forward hat das Buch wie folgt gegliedert:

  • Teil I: Die Verletzung durch die Mutter erkennen
    • das Tabu-Thema “Muttermythos”
    • die Mutter-Typen
      • hochgradig narzisstisch
      • überall einmischend
      • kontrollsüchtig
      • die selbst Bemutterung braucht
      • vernachlüssigend, verratend, prügelnd
  • Teil II: Die Verletzung heilen
    • die Wahrheit erkennen
    • schmerzhafte Gefühle anerkennen
    • Wut und Trauer nutzen
    • das Verhalten und damit das eigene Leben ändern
    • Grenzen setzen
    • die Beziehung zur Mutter neu gestalten
    • zwischen sich selbst und der Mutter entscheiden
    • was, wenn die Mutter alt, krank oder einsam ist und nun selbst abhängig ist
  • zum Abschluss gibt es noch eine Schlussbemerkung der Autorin

📚 Wenn Mütter nicht lieben Leseprobe: Auf Amazon 💎 kannst du einen Blick ins Buch werfen und die ersten 16 Seiten lesen 💎.

Wenn Mütter nicht lieben Rezension

An dieser Stelle möchte ich dir keinen kurzen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus dem Buch gezogen habe, geben. Der besseren Übersicht halber habe ich meine Notizen in Stichpunkten gelassen – so kannst du den Inhalt schneller überblicken.

Bedenke allerdings, dass für jeden andere Dinge wichtig sind, daher empfehle ich dir dennoch das Buch zu lesen – es ist wirklich berührend und hilft dabei, die eigene Vergangenheit, aber auch das Handeln in der Gegenwart besser zu verstehen.

Welche Folgen hat es, wenn Mütter ihre Töchter nicht lieben?

Nicht liebende Mütter haben oftmals zwei Seiten: einerseits sind ihre Töchter materiell versorgt, und doch mangelt es an emotionaler Nähe. Die Mütter sind oft kalt, halten ihre Töchter auf Abstand und misshandeln sie.

  • viele Töchter haben als Erwachsene Angst, selbst Mutter zu werden
  • Depressionen
  • Beziehungsprobleme
  • mangelndes Selbstvertrauen
  • Probleme für sich einzustehen
  • Angst, nicht lieben zu können

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